Die Geschichte des „blauen Störchli“ lässt sich bis ins 14 Jahrhundert zurückverfolgen. Ursprünglich bestand das Gebäude aus einem Vorder- und einem Hinterhaus. Im Verlaufe der Jahrhunderte wurde es stark verändert. Die Liegenschaft ist im Inventar als kommunales Schutzobjekt aufgeführt.
Als der heutige Besitzer das „blaue Störchli“ im Jahre 2006 übernahm, befand es sich in einem stark verwahrlosten Zustand und wies einen hohen Sanierungsbedarf auf. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege der Stadt Zürich und den entsprechenden Ämtern wurde innerhalb eines Jahres das Bauprojekt erarbeitet. Es basiert auf der Rückführung des Grundrisses in seine ursprünglich dreiteilige Raumstruktur mit brandmauerseitiger Erschliessung.
Bauherrschaft:
Privat
Architektur / Bauleitung:
Dubach Holzinger Architekten, Zürich
Denkmalpflege der Stadt Zürich
Archäologie der Stadt Zürich
Bauingenieur:
Born Partner AG, Kilchberg
Holzbau:
Zimmereigenossenschaft Zürich, Zürich
Ibid altbau, Winterthur
Heizungs- / Lüftungsplaner:
Lehmann und Hug AG, Zürich
Sanitärplanung:
Jacques von Moos, Zürich
Elektroplanung:
Frick + Co AG, Zürich
Bauphysik:
Braune Roth AG, Winterthur
BWS Labor, Winterthur
Bestand
Die Wohnräume in den Obergeschossen waren einzeln ausgemietet und stark abgewohnt. Die Sanitärräume und Küchen entsprachen in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen. Die haustechnischen Installationen mussten dringend ersetzt werden. Das Zinnendach war undicht. Im Verlauf der Jahrhunderte hatte sich das Gebäude stellenweise erheblich gesenkt. Innerhalb des gleichen Raumes kam es zu Höhenunterschieden von bis zu 20 cm. Die statische Sicherheit war nicht mehr gegeben.
Rückbau
Nach dem Auszug der Mieter konnte mit dem Rückbau begonnen werden. Der Gebäudekörper wurde auf seine räumliche Grundstruktur zurückgeführt. Die Wohnungen erhielten wieder ihre ursprüngliche Dreiteiligkeit mit der rückwärtigen Erschliessung entlang der Brandmauer. Anhand der Erkenntnisse aus dem Rückbau konnte der Schutzvertrag mit der Stadt Zürich definitiv festgelegt werden.
Beim Rückbau zeigte sich, dass sich der westseitige Dachteil mit Sparrenlage und Firstpfette aus dem 16. Jahrhundert in einem sehr schlechten Zustand befand und nicht mehr gehalten werden konnte. Pilzbefall, starke Deformationen und verfaulte Balkenköpfe machten einen Totalabbruch notwendig.
Ausbau
Die Tragstruktur des Hauses war erheblich geschwächt und musste verstärkt werden. Die Böden wurden neu aufgebaut und hinsichtlich Schallschutz erheblich verbessert. Das Dach und die Zinne wurden komplett erneuert. Die haustechnischen Installationen, wurden komplett ausgewechselt. Die Aussenwände wurden innenseitig mit einem Dämmputz isoliert. Sämtliche Oberflächen und die historischen Bauteile wurden restauriert oder erneuert. Die Fassade wurde bis auf den Grundputz abgeschliffen, mit einem offenporigen Deckputz versehen und neu gestrichen.
Die neuen Einbauten sind als solche klar ablesbar und stehen in Kontrast zur historischen Substanz.