Auslober und Wettbewerbsverfahren
Stiftung für studentisches Wohnen, Zürich Zweistufiger anonymer Projektwettbewerb
für maximal 64 Teilnehmer. Davon vier eingeladene Architekturbüros und 60
Architekten/innen mit Diplom ab 1993.
Aufgabenstellung
Entwickeln von Projekten für eine nutzergerechte und kostengünstige Studentensiedlung
von architektonisch und städtebaulich hoher Qualität als Erweiterung der bestehenden
Siedlung Netzwerk. Die Erweiterung musste in zwei Etappen realisiert werden
können.
Situation und Konzept
Die Bebauungsstruktur des Quartiers ist geprägt durch lange drei- bis viergeschossige
Wohnbauten entlang den Haupterschliessungsstrassen. Die bestehende Siedlung
Netzwerk folgt der Ausrichtung einer dieser Haupterschliessungsstrassen. Ihr
nördlicher Abschluss wirkt abweisend und prägt das zu bebauende Areal. Der
kompakte Gebäudekörper der 1. Etappe besetzt das Grundstück entlang der nordwestlichen
Grenze und geht auf Maximaldistanz zur bestehenden Siedlung. Es entsteht ein
Platz zwischen den beiden Siedlungskörpern welcher als Konnektor und Treffpunkt
funktioniert. Die Verbindung der beiden Siedlungskörper geschieht auf der
Ebene des Platzkörpers. Die Gebäude der 2. Etappe werden an die Siedlung Netzwerk
angebaut. Im Bereich der Nordfassade Netzwerk kann so ein Abschluss geschaffen
werden, welcher auf das neue Gegenüber reagiert und den Platz räumlich vollendet.
Dubach Holzinger Architekten
Mitarbeiter
A. Maier, dipl. Arch. ETH
R. Stadelmann, dipl. Arch. HTL
Erschliessung, Platz
Die Haupterschliessung erfolgt von Osten ab Bülachstrasse über den Platz zu
den Treppenhäusern. Der Platz ist ein Verteiler und Verbinder, der die Fusswege
der beiden Anlagen zusammenführt. Er übernimmt eine zentrale Funktion im Raumgefüge
der neuen Siedlung. Er steht im Kontrast zu den kleinen, halbprivaten Höfen
der Siedlung Netzwerk. Er schafft physische und visuelle Weite.
1. Etappe
Der viergeschossige Baukörper der 1. Etappe enthält insgesamt 30 5- Zimmer-
und 20 2- Zimmerwohnungen. Sämtliche Räume sind natürlich belüftet und belichtet.
In den drei Obergeschossen liegen die 5 Zimmer- Wohnungen. Im Erdgeschoss
sind die 2 Zimmer- Wohnungen angeordnet. Im Sockelgeschoss befinden sich die
Kellerräume, Waschküchen und Veloabstellplätze. Das Niveau des Erdgeschosses
liegt über dem Platzniveau. Dies verstärkt die Privatheit der 2- Zimmerwohnungen
und ermöglicht eine optimale Belichtung der Kellerräume. Die 5 Zimmerwohnungen
sind um interne Höfe organisiert. Die Höfe belichten und belüften die innenliegenden
Raumschichten und das Kellergeschoss. Durch die visuelle Verbindung der
Wohngemeinschaften
über den Hof entstehen Hofgemeinschaften. Die Privatsphäre der Individualzimmer
bleibt intakt. Die Individualzimmer sind zu 2-er oder 3-er Einheiten mit Nasszelle
zusammengefasst und über einen Gang erreichbar. Der Gemeinschaftsbereich ist
klar vom Individualbereich getrennt.
2. Etappe
Die drei Gebäudekörper enthalten insgesammt 6 5- Zimmer- und 18 2- Zimmerwohnungen
und sind vom Platz her über Treppenhäuser erschlossen.