Gais liegt idyllisch eingebettet in den Hügeln des Appenzeller Mittellandes. Der Dorfkern ist heute noch sehr gut erhalten. Die traditionellen Appenzeller Stadthäuser wurden sorgfältig renoviert. Das hüglige Umland ist mit Landwirtschaftsbetrieben lose bebaut. Die Bauernhöfe stehen selbstbewusst mit Ihren weit ausladenden Ziegeldächern und Holzfassaden oft ohne jeden Übergang mitten in den saftiggrünen Wiesen.
Das EFH Eichrodt liegt direkt angrenzend an die Landwirtschaftszone nordwestlich des Dorfkernes an sehr schöner Aussichtslage mit Panoramablick auf den Säntis. Seine Prägnanz erhält es durch die homogene Materialisierung und seine polygonale, auf das Wesentliche reduzierte Volumetrie.
Das steile Hanggrundstück und die durch den Quartierplan vorgegebene Erschliessungsstrasse im unteren Teil der Parzelle erforderten eine unkonventionelle Erschliessungslösung.
Der Zugang zum Haus erfolgt von der Strasse her über die Garage. Der Besucher wird über einläufige, sich aufweitende Treppenläufe von der Garage bis ganz hinauf zu den Schlafzimmern im ersten Obergeschoss geführt. Dabei verfeinert sich die Materialität der Boden- und Wandbeläge vom rohen Beton über die Anhydrithböden oder die weissverputzten Wände bis hin zum Parkett oder der weissgeölten Fichtenuntersicht der vorfabrizierten Dachelemente.
Bauherrschaft:
Corinne und Adrian Eichrodt
Architekt und Gesamtleitung:
Dubach Holzinger Architekten, Zürich
Bauingenieur:
Hersche Ingenieure, Appenzell
Holzbau:
Appenzeller Holzbau GmbH, Appenzell AI
Die Gebäudehülle ist der traditionellen regionalen Bauweise verpflichtet. Während Garagen- und Untergeschoss konventionell in Massivbauweise erstellt wurden und somit einen ‚steinernen’ Sockel bilden, wurde das eigentliche Wohnhaus in Holztafelbauweise ausgeführt. Diese teilvorgefertigte Konstruktionsmethode erlaubt eine sehr kurze Rohbauphase und ist durch Verwendung einheimischer Hölzer ökologisch.Für die Fassadenbekleidung wurde eine offenen, stehende Lärchenholzschalung gewählt.
Im Innenraum wird die polygonale Geometrie des Gebäudes in den Bewegungs- und Treppenräumen aufgenommen. Mit der Spreizung der Treppen wird die Lauflänge optisch verkürzt.